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Erfolgreicher Anlass! Ein Zeichen setzen für mehr Kinder- und Jugendschutz

Regierungsvertreter wie Regierungspräsident Jon Domenic Parolini wie 120 Grossräte,  aber auch Vertreter der Verwaltung suchten den Austausch und das Gespräch mit dem Bündner Verein IG Kinder schützen, den Vertretern B.A.C,A  und der Vertreterin der Opfer Nina.

Auf dem Churer Theaterplatz ein Zeichen setzen für
mehr Kinder- und Jugendschutz

 

Der Bündner Verein IG Kinder schützen sieht Lücken im Kinder- und Jugendschutz. Zusammen mit weiteren Organisationen will er am 22. Oktober 2019 auf dem Churer Theaterplatz Präsenz markieren und damit ein Zeichen setzen gegen sexuelle Übergriffe und den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Der Anlass findet von 10 bis 11 Uhr statt, Interessierte sind willkommen.

 

Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen führt bei den Betroffenen oft zu lebenslangen, schwerwiegenden gesundheitlichen und sozialen Folgen. Sexuelle Gewalt ist ein Thema, mit dem leider auch in Graubünden ein Teil der Kinder und Jugendlichen konfrontiert wird. Täter und Täterinnen sind oft Menschen, denen die Opfer vertrauen und von denen sie abhängig sind: Verwandte, Bekannte, Personen aus dem nahen Umfeld. Die Dunkelziffer in diesem Bereich ist sehr gross.

 

Anlässlich der Juni-Session 2019 hat Valérie Favre Accola, Grossrätin und Präsidentin des Vereins IG Kinder schützen, mit 62 Mitunterzeichnenden eine Anfrage an die Regierung eingereicht betreffend «mehr Schutz für Kinder und Jugendliche gegen sexuelle Übergriffe und Missbrauch». Über 50 Prozent der Bündner Grossräte aller Parteien (BDP, CVP, FDP, GLP, SP, SVP) haben den parlamentarischen Vorstoss unterschrieben. Mit den Antworten der Regierung ist der Verein IG Kinder schützen jedoch nicht zufrieden. «Die mutlosen Antworten zeigen uns, dass es unsererseits noch grossen Sensibilisierungs- und Informationsbedarf gibt», sagt Valérie Favre Accola. Die parlamentarische Anfrage wird am 22. Oktober 2019 im Grossen Rat behandelt. Entsprechend werden sich dazu einige Vorstandsmitglieder der IG Kinder schützen im Parlament äussern (Valérie Favre Accola, Edith Gugelmann, Tobias Rettich).

 

Präsenz markieren auf dem Theaterplatz

Um ein wirksames Zeichen gegenüber der Politik sowie der Öffentlichkeit zu setzen, möchte der Verein IG Kinder schützen am Dienstag, 22. Oktober auf dem Theaterplatz Präsenz markieren. Von 10 bis 11 Uhr, während der Kaffeepause des Kantonsparlaments, sucht die IG Gespräche mit den Parlamentariern, aber auch mit der Bevölkerung. Nebst der IG Kinder schützen werden auch das Frauenhaus Graubünden, die Bikers Against Child Abuse (B.A.C.A.®) sowie eine Opfervertreterin vor Ort sein. Es gibt Informationen zum Kinder- und Jugendschutz, die Möglichkeit, mit Fachpersonen vor Ort zu diskutieren sowie Kaffee und Gipfeli (gesponsert von der Bäckerei Gwerder in Chur und Dallmayer Kaffee ).

Verein IG Kinder schützen neu gegründet!

Wir freuen uns! Am 9.9.2019 wurde anlässlich der Gründungsversammlung der Verein IG Kinder schützen in Chur gegründet. Sie möchten mehr über unseren Verein und unsere Arbeit erfahren? Sie möchten unsere Arbeit als Mitglied oder mit einer Spende unterstützen? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme und stellen uns auch gerne Ihrem Verein, Ihrer Organisation oder Schule persönlich vor.
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Die Antwort der Regierung liegt vor!

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Parlamentarische Anfrage erfolgreich eingereicht!

Wow! Über 50% der Bündner Grossräte aus allen Parteien BDP, CVP, FDP, GLP, SP und der SVP haben den parlamentarischen Vorstoss „Mehr Schutz für Kinder und Jugendliche vor sexuellen Übergriffen und Missbrauch“ der Grossrätin Valérie Favre Accola , Initiantin und Mitglied unserer Arbeitsgruppe "Kinder schützen" unterschrieben, Zweitunterzeichnerin ist Edith Gugelmann, ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe wie Tobias Rettich !

Herzlichen Dank, Grazie mille und Grazie Fich!

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Anfrage Favre Accola betreffend mehr Schutz für Kinder und Jugendliche gegen sexuelle Übergriffe und Missbrauch

Gemäss dem Polizeibericht 2018 wurden in Graubünden 19 Widerhandlungen gegen Art. 187 StGB (Sexuelle Handlungen mit Kindern) und 78 Pornographiedelikte (Widerhandlungen im Sinne von Art. 197 StGB) bearbeitet. Im letzteren Fall handelt es sich hauptsächlich um Kinderpornographie. Die registrierten Fälle haben im mittelfristigen Vergleich zugenommen (von 2015-2018 beinahe eine Verdoppelung). Auch die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie vermeldet eine deutlich Zunahme (+10%) von registrierten Fällen von Kindsmisshandlungen. Dunkelfeldforschungen aus den vergangenen Jahren gehen davon aus, dass zum Beispiel in Deutschland jede/r Siebte bis Achte sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend erlitten hat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von rund 18 Millionen Minderjährigen aus, die in Europa von sexueller Gewalt betroffen sind.

Davon ausgehen dürfte die Dunkelziffer auch in Graubünden sehr viel höher sein, als die registrierten Widerhandlungen. Einschlägig verurteilte Pädosexuelle weisen mit 50-80% eine sehr hohe Rückfallquote aus und machen 40-50% der Sexualstraftäter aus.

 

Der Austausch mit KRIPO GR, mit der Beratungsstelle für gewaltausübende Personen, Staatsanwaltschaft GR, der Opferhilfe, FORIO, Bündner Schulleitungen hat ergeben, dass zwar ein präventiver Handlungsbedarf anerkannt wird, sich jedoch niemand dafür zuständig fühlt.

 

So verfügt z.B. der Kanton Graubünden bis heute über keine eigene Beratungsstelle für  Sexualdelinquenten und Menschen mit pädophilen Störungen und dies obwohl gemäss Fachpersonen eine flächendeckende Bereitstellung von spezialisierten Fachstellen präventiv wirksam ist. Im Wissen, dass Pädosexuelle Wiederholungstäter sind, wäre es gerade aus Präventionsgründen und zum Schutz der Kinder  enorm wichtig, diese Störungen zu  therapieren. Aktuell nehmen 70 Betroffene Behandlungen der Beratungsstelle FORIO in Anspruch, seit dem Jahr 2006 wurden bereits  140 Behandlungen abgeschlossen.  

Der Bund hat in seiner Antwort vom 11.5.2016 zum Postulat Natalie Rickli Pädophilie, Präventionsprojekt „Kein Täter werden“ für die Schweiz darauf verwiesen, dass er entsprechende Angebote finanziell unterstützt.

Basierend auf diesen Informationen fragen die Unterzeichnenden die Regierung an:

1.     Ist die Regierung bereit, Vorgaben zu erarbeiten und für Bündner Schulen zu erlassen, welche ein standardisiertes Vorgehen bei der Personalrekrutierung vorsehen (z.B. Verlangen eines Strafregisterauszugs und Sonderprivatauszugs), wie bei Grenzverletzungen im schulischen Kontext, vorzugeben?

2.     Ist die Bündner Regierung bereit, in allen Bündner Volksschulen eine entsprechende Präventionskampagne zwecks Stärkung des Kindes-Ichs und sexueller Aufklärung für verbindlich zu erklären und zu finanzieren?

3.     Ist die Regierung bereit einen Auftrag zwecks Erarbeitung und Einführung eines vereinfachten Bündner Standards für (Sport- und Musik-)Vereine zu erteilen, basierend auf den bereits vorhandenen Materialen und Konzepten von Swiss Olympic?

4.     Ist die Regierung bereit, einen entsprechenden Leistungsauftrag für eine spezialisierte Beratungsstelle für Sexualdelinquenten, Pädophile und Betroffene in Graubünden zu überprüfen bzw. ein solcher zu erteilen?

5.     Ist die Regierung bereit, die Lancierung von Sensibilisierungs-Kampagnen wie „Hinsehen, nicht wegschauen„ oder „Kein Täter werden“, eventuell auch in Koordination mit den anderen Beratungsstellen und Kantonen, zu überprüfen (z.B. SKPPS Schweizerische Kriminalprävention)?

6.     Unterstützt die Bündner Regierung im Austausch mit den Bündner Ständeräten und Nationalräten im Rahmen der aktuell stattfindenden Harmonisierung der Strafrahmen im Strafgesetzbuch eine Verschärfung der Strafen für Delikte gegen die sexuelle Integrität (Einführung von Mindeststrafen)?

Pontresina, 14. Juni 2019

Favre Accola, Kasper, Gugelmann, Atanes, Berther, Berweger, Bettinaglio, Bigliel, Brandenburger, Buchli-Mannhart, Cantieni, Cavegn, Caviezel (Davos Clavadel), Danuser, Della Cà, Deplazes (Rabius), Dürler, Ellemunter, Flütsch, Föhn, Gasser, Gort, Hardegger, Hartmann-Conrad, Hofmann, Hohl, Hug, Jochum, Kappeler, Kienz, Koch, Lamprecht, Locher Benguerel, Loepfe, Maissen, Märchy-Caduff, Müller (Susch), Natter, Niggli-Mathis (Grüsch), Noi-Togni, Papa, Perl, Preisig, Rettich, Ruckstuhl, Rüegg, Rutishauser, Salis, Sax, Schwärzel, Stiffler, Tanner, Thomann-Frank, Thür-Suter, Ulber, Valär, von Ballmoos, Weber, Wellig, Widmer (Felsberg), Widmer-Spreiter (Chur), Zanetti (Sent), Zanetti (Landquart), Renkel

Spendenkonto IG Kinder schützen
GKB, Chur
CH1000774010386620500

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